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Stuttgart zieht Lehren aus Loveparade-Unglück

17.10.2011, 12:34 Uhr

Fotos: Fries (I & II); Zonk43/Wikipedia (III)

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Neues Sicherheitskonzept für „Cannstatter Wasen“

Am 9. Oktober ging das 166. Cannstatter Volksfest im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt zu Ende. Bei überwiegend spätsommerlichem Wetter besuchten seit dem 23. September gut vier Millionen Menschen das traditionelle Fest, das zu den größten Volksfesten in Deutschland zählt. Sanitäts- und rettungsdienstlich betrachtet blieb alles im Rahmen des Üblichen. Doch erstmals seit Jahren gab es Veränderungen, die auch dem fachunkundigen Besucher sofort ins Auge sprangen: Auf dem Veranstaltungsgelände, dem Cannstatter Wasen, wurden neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die im Ernstfall die schnelle Räumung erleichtern sollten.

Am auffälligsten waren zwei Riesentreppen, die vom Platz auf die Mercedesstraße führten. Sie sollten bei Gefahr die Menschen auf einer breiteren Trasse vom Gelände führen, als es die bestehenden Unterführungen an der nordöstlichen Seite zulassen. Weitere Änderungen betrafen die Kennzeichnung der (Not-)Ausgänge. Dafür war in der Nähe der Kegelenstraße neben der Unterführung, die zum S-Bahnhof Bad Cannstatt führt, eine 30 Meter breite Treppe aufgebaut worden, im Bereich der Feuerwache eine zweite, rund 25 Meter breit. Die etwa 500.000 Euro teuren Treppen wären nur im Notfall als Fluchtwege frei gegeben worden – und wurden nach dem Volksfest wieder abgebaut.

Die Fluchttreppen wurden eingerichtet, nachdem Gutachter das Sicherheitskonzept des Cannstatter Wasens im vergangenen Sommer analysiert hatten. Dabei habe das Unglück bei der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010, als 21 Menschen im Gedränge an einem Tunnelausgang ums Leben kamen, eine Rolle gespielt, erläuterte Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft InStuttgart, im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst und Amt für öffentliche Ordnung zeigten Präsenz und standen für den Katastrophenfall mit dem Sicherheitspersonal in den Festzelten in Kontakt. „Wir haben Mustertexte für Durchsagen verteilt. Alles ist darauf ausgerichtet, eine Panik zu verhindern“, betonte Kroll im Vorfeld der Großveranstaltung. Die beiden Fluchttreppen wurden nach dem Ende des Volksfestes eingemottet und werden im kommenden Jahr zum Stuttgarter Frühlingsfest vom 21. April bis zum 13. Mai 2012 wieder aufgebaut. (FRI)

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