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Telenotarzt vermeidet unnötige Notarzteinsätze

22.04.2015, 16:18 Uhr

Foto: P3 Telehealthcare

Betreiber legt Bilanz des ersten Jahres vor

Seit April 2014 ist die telemedizinische Notfallassistenz fester Bestandteil des Aachener Rettungsdienstes. Beauftragt durch die Stadt und betrieben von P3 Telehealthcare hat der Dienst bis heute in mehr als 1.500 Fällen das therapiefreie Intervall verkürzt. Laut Jürgen Wolff, Chef der Berufsfeuerwehr Aachen, übernimmt der Telenotarzt jeden vierten Notarzteinsatz in der Primärrettung und unterstützt den Rettungsdienst im Bereich der arztbegleiteten Verlegungstransporte. Hier zeige sich im Regelbetrieb sogar ein Potenzial von ca. 30 bis 40% der Einsätze, die telemedizinisch begleitet werden können. Prof. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik Aachen, lobt auch die leitlinientreue Behandlung und digitale Dokumentation aller Einsätze. Sie würden die Qualität der Notfallversorgung erheblich verbessern.

Der Telenotarzt von P3 Telehealthcare unterstützt Rettungsassistenten in jedem medizinischen Notfall. Per Knopfdruck auf ihr Headset werden die Rettungsassistenten mit dem diensthabenden Telemediziner verbunden. Dieser kann von seinem Arbeitsplatz aus die Notfallbehandlung durch ärztliche Beratung und Delegation die Maßnahmen und Medikamentengabe unterstützen. Dazu beurteilt er u.a. die erhaltenen Vitaldaten des Patienten sowie Fotos und Videostreams, die aus dem Rettungswagen übertragen werden. Den Personalpool stellen Notfallmediziner. In der an die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Aachen gekoppelten Telenotarzt-Zentrale gehen acht bis zehn Notfalleinsätze pro Tag ein. Der Betreiber strebt den bundesweiten Einsatz des Dienstes an.

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