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Todesnachrichten an Kinder und Zusammenarbeit in Großschadensfällen

19.03.2012, 11:19 Uhr

Fotos: Badisches Rotes Kreuz

Forum Psychosoziale Notfallversorgung des Badischen Roten Kreuzes in Freiburg

„Der Austausch über unsere Arbeit braucht ein hohes kritisches Niveau“, sagte Dr. Andreas Müller-Cyran in seinem Hauptvortrag beim Forum Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) am Samstag in Freiburg. Denn guter Wille allein reiche nicht. Die Einsatzkräfte in der PSNV müssten hinterfragen, ob sie z.B. mit der richtigen Grundhaltung, genügend theoretischem Wissen und ausreichend Distanz arbeiteten. Ständige Selbstkritik, Fortbildung und Austausch zwischen den Akteuren – wie auf dem jährlichen PSNV-Forum des Badischen Roten Kreuzes – seien unerlässlich, auf die eigene Schulter klopfen unverantwortlich gegenüber den Betroffenen. Müller-Cyran ist Notfallseelsorger und Gründer des Münchner Kriseninterventionsteams (KIT). An der Ludwig-Maximilians-Universität forscht er nach Wegen, die Wirksamkeit von Krisenintervention zu messen und zu belegen.

Die mehr als 220 Teilnehmer besuchten nach seinem Vortrag Workshops zu Themen wie der Überbringung von Todesnachrichten an Kinder oder der Zusammenarbeit in Großschadensfällen und bei Vermisstensuchen. Darüber hinaus hatten sie beim gemeinsamen Mittagessen und in den Pausen Gelegenheit zum von Müller-Cyran angemahnten Austausch. „Es gab durchaus Reibungspunkte in der Diskussion“, sagte Luise Goroncy vom Notfallnachsorgedienst Freiburg über ihren Workshop. „Aber viel stärker war die Rückversicherung über die Grundhaltung, die wir teilen.“ Sandra Bergmann, Fachberaterin PSNV beim Badischen Roten Kreuz, freute sich über das Interesse der Teilnehmer an persönlicher Fortbildung. Das nächste Forum PSNV findet voraussichtlich am 16. März 2013 in Freiburg statt. (M. Jost)

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