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Tragschrauber im Katastrophenschutz

28.09.2012, 10:26 Uhr

Der zukünftige Tragschrauber Cavalon für die Lufterkundung zusammen mit dem THW steht dem DLR ab Februar 2013 zur Verfügung. (Quelle: AutoGyro)

Foto: DLR

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DLR und THW erproben Lufterkundung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gab gestern bekannt, dass es zusammen mit der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) die Möglichkeiten des Einsatzes von Tragschraubern für den Katastropheneinsatz erprobt. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit einer schnellen und umfassenden Lageerkundung, wie beispielsweise nach einem Erdbeben, herausgestellt, die Voraussetzung für eine schnelle Hilfe ist. Mit Live-Bildern durch eine Lufterkundung soll die Arbeit der Einsatzkräfte optimiert werden. Zu diesem Zweck wurde das THW durch Wissenschaftler des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik bei einer Erdbebenübung in der Nähe von Wesel unterstützt. Bei einem Tragschrauber handelt es sich um ein Drehflügelflugzeug, dessen Rotor nur durch die anströmende Luft in Drehung versetzt wird, d.h. eine sogenannte Autorotation. Darüber hinaus verfügt der Tragschrauber über die Fähigkeit, sehr langsam fliegen zu können, ohne dass die Gefahr eines Strömungsabrisses besteht, womit er sich hervorragend für die Lufterkundung eignet. Durch den Tragschrauber können Videobilder gesendet und hochaufgelöste Fotos aus dem Schadensgebiet ins Internet übertragen werden, wodurch eine lageangepasste Koordination der Einsatzkräfte erfolgen kann. "Die Luftbilder aus dem Tragschrauber waren ein sehr effektives Mittel, um einen schnellen Überblick über die Schadenslage zu bekommen und unsere Hilfe entsprechend anzupassen", sagte Ulf Langemeier, Einsatzleiter der Erdbebenübung. Nach der Einschätzung des DLR handelt es bei den Tragschraubern um ein zukunftsfähiges Konzept aus den Frühzeiten der Drehflügelflugzeuge, da sie kostengünstig in Anschaffung und Betrieb sind sowie nur sehr kurze Start- und Landestrecken benötigen, bis hin zur Sprungstartfähigkeit. Auch seien die Potenziale dieser Technologie noch nicht vollständig erschlossen, wobei neue Ansätze aus Aerodynamik, Faserverbundbauweise und Antriebstechnik die Leistungsbandbreite zukünftiger Konfigurationen deutlich erhöhen werden. Vor diesem Hintergrund wird ab Februar kommenden Jahres ein neuer Tragschrauber vom Typ "AutoGyro Cavalon" für das Gemeinschaftsprojekt von DLR und THW eingesetzt werden, der nach Auslieferung mit spezieller Kameratechnik zur Lufterkundung ausgerüstet wird. Im Anschluss werden weitere Testflüge gemeinsam mit dem THW durchgeführt, bei denen die Tauglichkeit des Tragschraubers als Führungs- und Einsatzmittel bewertet wird. In einer weiteren Projektphase bildet das DLR dann THW-Helfer als Piloten von Tragschraubern aus, sodass Einsätze in Katastrophengebieten geflogen werden können, so das DLR abschließend zur Entwicklung des Gemeinschaftsprojektes. (Scholl)


Weitere Informationen: www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10275/380_read-5339/

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