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Umgang mit MRSA im Krankentransport

14.09.2006, 10:06 Uhr

Grenzüberschreitende Wundkeim-Bekämpfung

Am 7. September 2006 fand im Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster eine Veranstaltung des Euregio MRSA-net Twente/Münsterland zum Umgang mit MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) im Krankentransport statt. Denn die Krankentransportdienste stehen an der Schnittstelle zwischen Krankenhaus, wo strenge Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung von MRSA erforderlich sind, und dem ambulanten Bereich, wo das Einhalten von Standardhygienemaßnahmen ausreicht. Die Tätigkeit an dieser Schnittstelle führt oft zu großer Verunsicherung darüber, welche Maßnahmen beim Transport eines MRSA-Trägers notwendig und sinnvoll sind. Im Rahmen des Euregio-Projekts MRSA-net ist bei der Veranstaltung zusammen mit ca. 50 Vertretern von Krankentransportdiensten aus dem Münsterland und den zuständigen Gesundheitsämtern ein einheitliches Vorgehen für die Euregio abgestimmt worden.

Das am 1. Juli 2005 für die Dauer von drei Jahren mit fast einer Million Euro geförderte Projekt „MRSA-net Twente/Münsterland“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wundkeime grenzüberschreitend zu bekämpfen. In Deutschland wurde in den letzten 10 Jahren ein Anstieg der MRSA-Prävalenz von 2% auf ca. 23% aller S.-aureus-Isolate beobachtet. In Deutschland kommen MRSA bis zu 20-mal häufiger vor als in den Niederlanden, die aufgrund konsequenter und koordinierter Präventionsstrategien mit einem MRSA-Anteil von unter 1% zu den Niedrig-Prävalenzländern gehören.

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