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Untersuchung zur Zukunft der Feuerwehr

10.08.2010, 13:21 Uhr

Fotos: H. Scholl

Niedersachsen definiert klare Schutzziele

Derzeit gibt es in Niedersachsen rund 127.000 ehrenamtliche und 2.000 hauptberufliche Feuerwehrkräfte. „Sie gewährleisten einen hohen Standard beim Brandschutz, denn von der Feuerwehr wird schnelle Hilfe bei Bränden oder Unfällen erwartet“, sagte Innenminister Uwe Schünemann am Montag in Hannover. „Es ist jedoch nicht selbstverständlich, dass dieses hohe Leistungsniveau erhalten bleiben kann: Der Bevölkerungswandel wird sich negativ auf die Arbeit der Feuerwehr auswirken.“ Zur Untersuchung der Folgen des demografischen Wandels für den Brandschutz hatte der Innenminister einen Bericht in Auftrag gegeben, der gemeinsam mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und der Feuerwehren sowie weiterer Organisationen und Einrichtungen erarbeitet wurde. Dieser Bericht analysiert die Probleme durch den Bevölkerungswandel, die zum Teil schon heute zu beobachten sind. So wird künftig die Anzahl der Einsätze nicht, so wie es der Bevölkerungsrückgang vermuten lässt, zurückgehen. Es ist vielmehr eine Steigerung zu erwarten, damit stehen insgesamt weniger junge Menschen für das Ehrenamt zur Verfügung, da die Mitgliederzahlen bei den Feuerwehren stärker als bisher zurückgehen. Demzufolge wird das Durchschnittsalter der Feuerwehrleute steigen. Darüber hinaus kommt der Bericht zu der Feststellung, dass langfristig die Leistungsfähigkeit und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren gefährdet sind. 

„Derzeit geben die aktuellen Mitglieder- und Einsatzzahlen noch keinen akuten Anlass zur Besorgnis. Der Bericht zeigt uns die Handlungsfelder auf, in denen wir die Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft finden können“, sagte Innenminister Schünemann. Im Einzelnen beinhaltet der Bericht die Handlungsfelder Schutzziele, Nachwuchsgewinnung, Integration, Öffentlichkeitsarbeit, Förderung des Ehrenamtes sowie Aus- und Fortbildung. Bei den Schutzzielen wird die Notwendigkeit einzelner Feuerwehren hinterfragt, an denen die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr zu messen ist. Auch wird es Hinweise zur Erstellung der Brandschutzbedarfsplanung geben. Zur Nachwuchsgewinnung stellen die Jugendeinrichtungen das Potenzial dar. In Niedersachsen werden in den 1.949 Jugendfeuerwehren rund 32.000 Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren in den Brandschutz eingeführt. Um beispielsweise mit Sportvereinen konkurrieren zu können, sollen die Feuerwehren den Fokus auf die Altersklasse zwischen 6 und 10 Jahren richten, wozu es in Niedersachsen bereits 272 Kinderfeuerwehren mit 4.000 Angehörigen gibt. Auch die Werbung von Menschen mit Migrationshintergrund soll verstärkt betrieben werden, u.a. durch eine Kampagne der Deutschen Jugendfeuerwehr und einen mehrsprachigen Informationsflyer. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kann durch Imagekampagnen und eine landesweit nutzbare Internetplattform die Feuerwehr präsentiert werden. Des Weiteren muss das Ehrenamt durch Anerkennung der Leistung gefördert werden, wozu jede Kommune ihren Weg finden müsse. Dazu schlägt der Bericht eine Vielzahl von Maßnahmen vor. Nicht zuletzt ist eine adäquate Aus- und Fortbildung unerlässlich, die auch das Selbstbewusstsein und die Motivation eines jeden Feuerwehrmanns stärkt. (Scholl)

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