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Vogelgrippe breitet sich aus – WHO warnt vor Pandemie

22.02.2006, 08:49 Uhr

Foto: THW

Ministerpräsident Harald Ringstorff und Landwirtschaftsminister Till Backhaus gaben in Schwerin bekannt, dass bis zum 21. Februar 1.558 verendete Wildvögel auf den Errreger H5N1 getestet wurden. Der Befund war in 101 Fällen auf Rügen und jeweils einem Fall aus den Landkreisen Nord- und Ostvorpommern positiv, womit sich die Zahl der infizierten Tiere auf insgesamt 103 erhöht hat.

Seit Bekanntwerden der Vogelgrippe-Fälle auf Rügen reißt die Kritik am Krisenmanagement nicht mehr ab. So hat der Landkreis Rügen erst am vergangen Sonntagabend viel zu spät den Katastrophenfall ausgerufen. Die Landkreise Ost- und Nordvorpommern folgten mit dem Katastrophenalarm. Unterdessen wurde die gesamte Küste Mecklenburg-Vorpommerns zur Überwachungszone erklärt. Neben Rügen hat auch Ostvorpommern Katastrophenhilfe durch die Bundeswehr angefordert, die derzeit mit über 300 Soldaten im Einsatz ist. Darüber hinaus befinden sich 50 Beamte mit 25 Fahrzeugen der Polizei, 150 Helfer des THW, 120 Ordnungskräfte und 13 Veterinäre sowie die Feuerwehr und die Hilfsorganisationen mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Bis zum 21. Februar wurden auf Rügen vorsorglich 2.865 Tiere gekeult.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf erklärte, dass das H5N1-Virus immer widerstandsfähiger bei Hühnern und Mäusen wird und damit die Gefahr einer Mutation auf den Menschen mit einer weltweiten Ausbreitung (Pandemie) steigt. Das Virus kann nun bei warmen Temperaturen sechs Tage im Freien überleben. Die Freistaaten Bayern und Sachsen beschlossen, die Finanzmittel zur Beschaffung von Grippe-Medikamenten aufzustocken. Am kommenden 23. Februar beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über das Vorgehen bei einer Pandemie.

Eine Umfrage des Nachrichtensenders N24 ergab, dass 10% der Befragten Angst vor der Vogelgrippe haben, während sich 83% nicht davor fürchten. Entgegen anders lautender Behauptungen bestünde nun doch keine Gefahr für die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wie die Experten deutlich betonten. RETTUNGSDIENST und IM EINSATZ werden in den kommenden Ausgaben ausführlich über die Vogelgrippe berichten. (Scholl)

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