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Warnung mittels KatWarn versagte bei KatS-Übung

05.04.2011, 10:55 Uhr

Foto: H. Scholl

Zu wenig Sicherheitsbewusstsein in der Bevölkerung

Die Emder Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe, dass bei einer Katastrophenübung am vergangenen Samstag die Warnung der Bevölkerung mittels KatWarn versagt habe. Das vom Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik in Berlin und Dortmund entwickelte KatWarn (IM EINSATZ 6/2010, S. 44-47, berichtete ausführlich) ist u.a. ein Frühwarnsystem in der Stadt Emden sowie den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund. Bei größeren Unglücksfällen und Naturkatastrophen soll die Bevölkerung ergänzend zu den etablierten Warnsystemen wie Sirenen sowie Radio- und Lautsprecherdurchsagen mittels SMS über das Handy oder E-Mail gewarnt werden. Darüber hinaus wird die Bevölkerung zum Selbstschutz mit Verhaltenshinweisen und Kurzempfehlungen versorgt. 

In der Nachbesprechung der Großübung betonte der Stadtbrandmeister von Emden, Bernd Lenz, dass das KatWarn bei der Übung im gesamten Emder Stadtgebiet versagt habe. Grund dafür seien viel zu wenige an das KatWarn angeschlossene Bürger. So seien zurzeit bei Schätzungsweise 25.000 Mobiltelefonen in Emden nur 400 Handys angemeldet und könnten somit die Warnmeldungen und Hinweise direkt erhalten. Dabei liegt es nicht am Engagement der Brand- und Katastrophenschützer, wie Lenz betonte, der seit Jahren für die innovative Warnmöglichkeit wirbt, als vielmehr am Sicherheitsbewusstsein der Bürger. Ziel sei es gewesen, in den vergangenen zwei Jahren mindestens 3.000 Einwohner der Stadt Emden an das KatWarn-System anzuschließen. „Die Leute fühlen sich offenbar viel zu sicher. Was ist, wenn da der Deich bricht?“, betonte Lenz in der Emder Zeitung. (Scholl)

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