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Wie kann Kindern und Jugendlichen in Notfällen geholfen werden?

21.09.2016, 08:48 Uhr

Foto: KIKAT

Neues Forschungsprojekt „KIKAT“

Am Freitag wurde in Bonn ein neues Forschungsprojekt vorgestellt, das sich mit den „Bedarfen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen in der Akutphase komplexer Gefahren- und Schadenslagen“ beschäftigt. Das vom BBK geförderte Projekt „Kind und Katastrophe“ (KIKAT) wird von Prof. Dr. Harald Karutz von der Medical School Hamburg (MSH) geleitet. Der RETTUNGSDIENST-Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Krisen- und Notfallsituationen.

KIKAT soll die Frage beantworten, wie man Kindern und Jugendlichen helfen kann, mit dem Erlebten zurechtzukommen. Zu diesem Zweck sollen bereits vorliegende Ausbildungs- und Einsatzkonzepte erfasst, die aktuelle psychosoziale Versorgungssituation untersucht und die Rolle Sozialer Medien für die Bewältigung von Unglücken thematisiert werden. Zusätzlich sollen Expertenbefragungen und Interviews mit jungen Leuten und ihren Eltern durchgeführt werden. Laut Dr. Jutta Helmerichs, Referatsleiterin Psychosoziales Krisenmanagement im BBK, würde es zwar Konzepte zur psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen nach Notfällen geben, sie seien jedoch zumeist aus der Praxis der Notfallseelsorge und der Kriseninterventionsteams der Hilfsorganisationen entstanden und hätten damit keine wissenschaftliche Grundlage. Außerdem würden sie sich ausschließlich auf Individualnotfälle beziehen.

Die Forschungsergebnisse werden deshalb in „Empfehlungen für Einsatzorganisationen“ münden, mit denen eine „qualifizierte und angemessene psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen in komplexen Gefahren- und Schadenlagen“ sichergestellt werden kann. Das Projekt wird über drei Jahre und mit rd. 370.000 Euro gefördert.

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