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Wo wird „Christoph 66“ in der Westpfalz dauerhaft stationiert?

20.08.2020, 09:52 Uhr

Foto: ADAC-Luftrettung

Standort für Dual-Use-Hubschrauber könnte Imsweiler werden


Für den am 2. September 2019 auf dem Segelflugplatz Eßweiler im Kreis Kusel interimsweise stationierten und von der ADAC-Luftrettung betriebenen Dual-Use-Hubschrauber „Christoph 66“ in der Westpfalz wird weiterhin ein dauerhafter Standort gesucht. Wie „Die Rheinpfalz“ mehrfach berichtete, wollte zwar die Gemeinde Eßweiler weiterhin am jetzigen Standort des RTH/ITH festhalten, jedoch hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, wo sich auch die Obere Naturschutzbehörde befindet, eine äußerst kritische Einschätzung dazu abgegeben. Demnach sei der Standort Eßweiler für einen dauerhaften Flug- und Einsatzbetrieb aus Arten- und Naturschutzgründen ebenso wenig geeignet wie der jetzige Interimsbetrieb, der deshalb auch nur unter Auflagen erfolgen darf. Neben der Feststellung von schützenswerten und störungsempfindlichen Arten würde sich die derzeit improvisierte Luftrettungsstation an europäischen und nationalen Schutzgebieten befinden. Somit dürfte der Standort Eßweiler nicht mehr in der engeren Auswahl sein, da zu erwarten ist, dass der für eine neue Genehmigung zuständige Landesbetrieb für Mobilität diesen Sachverhalt berücksichtigen wird. Mit dem Ende des Probebetriebes am 31. Dezember dieses Jahres wird höchstwahrscheinlich auch eine Verlegung von „Christoph 66“ erfolgen.

Gleiches gilt wohl – wenn auch aus ganz anderen Gründen – für das Gewerbegebiet auf dem ehemaligen US-Airfield in Sembach im Landkreis Kaiserslautern, wo der Vorgänger von „Christoph 66“, der „Air Rescue Pfalz“ der Johanniter-Luftrettung, für ein knappes Jahr stationiert war. Denn nach einem Bericht von „SWR aktuell“ vom 28. Juli dieses Jahres sei dort die kaum abbaubare und gesundheitsschädliche Chemikalie Perfluorcarbone (PFC) festgestellt worden, was weitere Untersuchungen und Maßnahmen zur Dekontamination erfordern wird. Somit wird nun doch der ursprünglich aus einsatztaktischer Sicht nicht favorisierte Standort in der Gemeinde Imsweiler im Donnersbergkreis für eine dauerhafte Stationierung in Erwägung gezogen. Heute wird die ADAC-Luftrettung im Gemeinderat weitere Informationen dazu präsentieren. Es wird davon ausgegangen, dass eine Zustimmung der Gemeinde für die dauerhafte Stationierung erfolgen wird. Eine Ausschreibung für den dauerhaften Betrieb von „Christoph 66“ wird laut dem Ministerium des Innern und Sport Rheinland-Pfalz im September 2020 erfolgen und nach den derzeitigen Planungen Mitte Januar des kommenden Jahres enden. Einigkeit herrscht bei den drei verantwortlichen Landräten darüber, dass keinesfalls eine Unterbrechung der Luftrettung in der Westpfalz erfolgen dürfe und dass der zukünftige Betreiber des Dual-Use-Hubschraubers keine Rolle spiele. (Scholl)

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