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Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe

14.08.2012, 11:50 Uhr

Fotos: H. Scholl

DFV fordert flächendeckende Warnmöglichkeiten

Am 13. August 2002 kam es nach heftigen Niederschlägen zu schweren Überflutungen, die durch eine heranrollende Flutwelle – aus Tschechien kommend – auf der Elbe in den folgenden Tagen noch potenziert wurden. Dadurch standen 300 Quadratkilometer unter Wasser und zahllose Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Ganze Orte und Stadtteile sowie Krankenhäuser und Altenheime mussten geschützt, evakuiert, versorgt und eine Vielzahl von Betroffenen gerettet werden (IM EINSATZ berichtete ausführlich).

In einer Presseerklärung betonte gestern der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hans-Peter Kröger, dass drei Punkte wichtig seien: „Die Menschen in den betroffenen Gebieten müssen gewarnt werden können. Sie müssen sich selbst helfen können, bis Hilfe der Feuerwehr eintrifft. Schlussendlich müssen die Feuerwehren für solche herausragenden Einsätze auch ausgestattet sein. Hier sind Bund und Länder weiterhin gefordert!“ Zur Warnung der Bevölkerung mahnte die Delegiertenversammlung des DFV in einer Resolution an, dass derzeit keine flächendeckende Warnmöglichkeit sowie kein Signal mit Weckeffekt und eindeutiger Handlungsanweisung in Deutschland vorhanden ist. Deshalb empfiehlt Kröger die Installation oder die Nutzung von vorhandenen Sirenen in Hochwassergebieten.

Die Selbsthilfefähigkeit wird durch den DFV aktuell dadurch gefördert, dass Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Jahrgangsstufen aus ausgewählten Schulen in Hessen und Thüringen Grundkenntnisse im Umgang mit außergewöhnlichen Lebenslagen vermittelt werden. Der Unterricht ist Modul eines Selbsthilfe-Projektes des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Bevölkerung müsse wissen, wie sie sich auf Katastrophen und Notlagen vorbereiten kann, um im Ernstfall überlegt handeln zu können. Bezüglich der Ausstattung der Feuerwehren erklärte Kröger, dass das BBK aktuell 190 Löschgruppenfahrzeuge-Katastrophenschutz (LF-KatS) beschafft hat, um alte Fahrzeuge abzulösen. Auch die noch ausstehenden Schlauchwagen-Katastrophenschutz (SW-KatS) seien u.a. auch bei Hochwassereinsätzen von herausragender Bedeutung, wie der DFV-Präsident erklärte. (Scholl)

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