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Mangel an Freiwilligen im Luxemburger Rettungsdienst

25.06.2010, 13:38 Uhr

Foto: Holger Scholl

Reformierung lässt auf sich warten

Der immer noch größtenteils auf ehrenamtliches Personal ausgerichtete Rettungsdienst im Großherzogtum Luxemburg kommt nicht aus den Schlagzeilen (RETTUNGSDIENST berichtete mehrfach). So berichtet das „Luxemburger Wort“ in seiner heutigen Online-Ausgabe über weitere Zwischenfälle bei der Administration des Services des Secours des Luxemburger Zivilschutzes, wie der Rettungsdienst in Luxemburg bezeichnet wird, und hinterfragt die seit Monaten angekündigten „tiefgreifenden Reformen im Rettungssystem“. Erst auf eine öffentliche Anfrage der Abgeordneten Claudia Dall’Agnol bestätigte Innenminister Jean-Marie Halsdorf am vergangenen Dienstag einen Vorfall, der sich bereits im März dieses Jahres in Simmern ereignet hatte. Dort stand weder im zuständigen Einsatzzentrum (vgl. deutsch Rettungswache) noch in den benachbarten Einsatzzentren in Mamer und Redingen ausreichend ehrenamtliches Personal zur Besetzung eines Rettungswagens zur Verfügung, so dass ein Patient von einem städtischen Angestellten mit einem Lieferwagen zum Rettungshubschrauber der Luxemburg Air Rescue (LAR) gebracht werden musste, da der RTH entfernt von der Einsatzstelle landen musste. Ein ähnlicher Zwischenfall soll sich auch in Steinfort ereignet haben, wo ein weiterer RTW aus Personalmangel nicht mehr besetzt werden konnte.

Hinsichtlich einer bereits im Februar dieses Jahres angekündigten Teilprofessionalisierung und einer damit verbundenen eingehenden Reformierung des Luxemburger Rettungsdienstes kündigte der Innenminister für Mitte Juli dieses Jahres einen Zwischenbericht der Expertenkommission an. Neben Maßnahmen gegen den Personalmangel seien auch die immer wieder angeführten tiefgreifenden Reformen in Vorbereitung. Am 14. Juli soll ein Maßnahmenpaket durch den Innenminister vorgestellt werden. „Diese Maßnahmen beschränken sich aber nicht nur auf die Verpflichtung von zusätzlichen hauptberuflichen Rettungsdienstkräften, sondern sie beinhalten auch Initiativen, die darauf abzielen, den Freiwilligen mehr Zeit für ihren Dienst einzuräumen und ihre Arbeit aufzuwerten“, so Halsdorf im „Luxemburger Wort“.

RETTUNGSDIENST wird in einer der kommenden Ausgaben ausführlich über die weitere Entwicklung im Luxemburger Rettungsdienst berichten. (Scholl)

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