Krisenfest durch verlässliche Schutzsysteme
IM EINSATZ 2/2026: Zivilschutz und Zivile Verteidigung
Zivile Verteidigung hat im 21. Jahrhundert eine neue Bedeutung gewonnen. Angriffe auf Kritische Infrastrukturen, Cyberattacken und gezielte Desinformation zeigen, dass moderne Bedrohungen weit über klassische militärische Szenarien hinausgehen. Eine hochvernetzte, digital abhängige Gesellschaft reagiert empfindlich auf Störungen, weshalb parallele Krisen sich verstärken und belastbare Strukturen erfordern. Zivile Verteidigung ist deshalb längst mehr als Schutzräume oder Notfallpläne – sie ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, der Staat, Wirtschaft, Wissenschaft, Hilfsorganisationen und Bevölkerung einbindet. Der Bevölkerungsschutz verbindet dabei Katastrophen- und Zivilschutz, stärkt Resilienz und schafft Voraussetzungen für Handlungsfähigkeit in komplexen Lagen. Die neue IM EINSATZ greift diese Entwicklungen auf und zeigt u.a., wie der Bevölkerungsschutz in Deutschland strukturiert ist, welche Weichen für eine moderne Ausrichtung von Schutzsystemen gestellt werden müssen und welche Rolle eine zeitgemäße Zivile Alarmplanung für die Sicherheit des Landes spielt.
Der Inhalt im April:
- Defizite im Zivil- und Katastrophenschutz: „Wir wissen nicht, worauf wir uns konkret vorbereiten müssen“ (K. Vogelmann)
- Zivile Verteidigung und Zivilschutz: Neuausrichtung im 21. Jahrhundert (M. Weber)
- Zivile Alarmplanung: Wesentliches Steuerungselement im äußeren Notstand
(J. Kanders) - Weitreichende Kompetenzen, flexibler Einsatz: Die Rolle der Bergwacht Bayern im Bevölkerungsschutz (A. Renner)
- Risikoanalyse des Szenarios „Einsatz chemischer Kampfstoffe“: Bedeutung für Praxis, KRITIS und Resilienz (F. Meurer)
- Wie ist der Bevölkerungsschutz in Deutschland strukturiert? Verschiedene Einheiten und Landeskonzepte im Überblick (U. Krüger)
- Personenrettung aus dem Wasser: Einsatztaktiken der Feuerwehr (D. Wächter)
- Ehrenamt beim MANV (Teil 6): Eine einheitliche Führungsfunktion schafft Ordnung in Raum und Zeit (M. Kolbe)
- MANV in Crans-Montana: Primär- und Sekundärtransporte der Verletzten (B. Haufs)
- Kompetenzentwicklung und Bildung im Bevölkerungsschutz: Ein Forschungsprojekt zeigt Optimierungsbedarf auf (H. Karutz, C. Posingies,
A. Hammerl, D. Kramer) - Ein Standard fürs Krisenmanagement: Bund und Länder stellen Ausbildung neu auf (F. Meurer,
C. Norf) - HEIKAT unter neuen Vorzeichen: Eigensicherung nach Anschlägen in veränderter Sicherheitslage
(M. Weber, F. Meurer) - Mehr als nur „Druck drauf“: Blutungskontrolle als lebensrettende Schlüsselkompetenz (S. Hessel)
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Editorial
Zivile Verteidigung im 21. Jahrhundert: Hohe Komplexität und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die systematische Zerstörung von Kritischen Infrastrukturen durch die russische Armee in der Ukraine, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen auch im restlichen Europa zeigen deutlich: Zivile Verteidigung ist heute weit mehr als das, was früher darunter verstanden wurde. In einer hochvernetzten, komplexen und digitalisierten Welt reicht es nicht aus, sich nur auf direkte militärische Konfrontationen vorzubereiten. Die Risiken der Gegenwart sind vielfältiger, Krisen treten parallel auf und verstärken einander. Diese Entwicklungen erfordern eine Neubewertung und Modernisierung unserer Sicherheitsstrukturen.
Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2029 verteidigungsfähig zu sein – ein Ziel, das sowohl die militärische als auch die Zivile Verteidigung umfasst. Beide Säulen sind gleichwertig und ergänzen sich. Die Zivile Verteidigung stellt sicher, dass in Krisenzeiten und bei Katastrophen die Funktionsfähigkeit des Staates, ein verlässlicher Zivilschutz sowie die Versorgung der Bevölkerung und der Streitkräfte gewährleistet sind.
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